Deutsche Wälder im schlechtesten Zustand seit 1984

von Chiara Pohl

Waldzustandsbericht 2020 offenbart erschreckende Einblicke in den Zustand deutscher Wälder. Klimaliste RLP tritt an mit klarem Parteiprogramm für einen gesunden und widerstandsfähigen Wald


Seit Beginn der Waldzustandserhebung 1984 sind noch nie so viele Bäume gestorben wie im vergangenen Jahr. Das ist das Ergebnis des Waldzustandsberichts 2020, den Julia Klöckner (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) kürzlich vorstellte. Auch in anderen Aspekten gehören die Ergebnisse zu den schlechtesten seit Erhebungsbeginn. Mit 45 Prozent weist fast die Hälfte der deutschen Waldfläche deutliche Schäden auf. Die Lage in Rheinland-Pfalz ist nicht minder frappierend. Nur 16 Prozent der Bäume lassen keinerlei sichtbare Schäden erkennen. Um diese verheerende Situation des Forstes im waldreichsten Bundesland Deutschlands zu verbessern, tritt die Klimaliste Rheinland-Pfalz zur Wahl an. Maurice Conrad, Spitzenkandidat, ordnet ein: ”Dass es unseren Wäldern nicht gut geht wussten wir schon lange vor dem Waldreport. Dabei sind gesunde Wälder besonders wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt, für die seelische Gesundheit der Menschen, aber vor allem um dem Klimawandel zu begegnen. Deswegen haben wir die Waldpolitik zu einem unserer zentralen Themen gemacht.”

Dabei sind gesunde Wälder besonders wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt, für die seelische Gesundheit der Menschen, aber vor allem um dem Klimawandel zu begegnen.
Maurice Conrad

Die Verfasser des Waldzustandsberichts werden in ihrem Bericht sehr deutlich. Die Witterung der vergangen drei Jahre in Rheinland-Pfalz sei außergewöhnlich gewesen: Nasse Winter mit sehr viel Regen gefolgt von langen Trockenperioden von Frühjahr bis Herbst. Diese Veränderungen seien verursacht durch den Klimawandel und würden deswegen im Laufe des 21. Jahrhunderts kontinuierlich zunehmen. Die Lösung könne nur in einer ”drastischen” Reduktion der Treibhausgase liegen.

Wir als Klimaliste RLP fordern deswegen, Waldflächen aufzuforsten, um CO₂ zu binden. Allein im Jahr 2015 hat der Staatswald, der 25,6 Prozent der Waldfläche in Rheinland-Pfalz ausmacht, 2,2 Millionen Tonnen CO₂ gespeichert. Daher werden wir die Pflanzung von Bäumen mit 2 Euro pro Baum fördern, im Wald wie in der Stadt. Die Voraussetzung für diese Förderung ist, dass die CO₂-Speicherung langfristig erfolgt.

Wir als Klimaliste RLP wollen für uns und nachfolgende Generationen einen gesunden, artenreichen und widerstandsfähigen Wald schaffen. Einen Wald, der reich an Tier- und Pflanzenarten ist. Einen Wald, der an den Klimawandel angepasst ist und ihm kraftvoll begegnen kann. Einen Wald, der für die Menschen in Rheinland-Pfalz ein Ort der Erholung ist. Aber auch einen Wald, der Holz als Bau-und Heizstoff liefert.

Maurice Conrad ordnet den Waldzustandsbericht politisch ein: ”Dass unsere Wälder sich in diesem schlechten Zustand befinden ist die Konsequenz des Handelns derzeitiger und vorheriger Regierungen. Doch diese Parteien haben nicht nur versäumt, unsere Wälder auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Sie veranlassen zudem immer noch die Abholzung bestehender, alter Mischwälder, wie im Fall des Dannenröder Forstes – um nur ein Beispiel zu nennen. Diese Politik ist nicht vereinbar mit der großen Sorge um deutsche Wälder, die Julia Klöckner (CDU) bei der Vorstellung des Wald-Berichts zum Ausdruck brachte.”

Zudem entstehen gesunde Wälder nicht nur durch Wiederaufforstung. Die moderne Industrie, der zunehmende Verkehr und die derzeitige Landwirtschaft tragen erheblich zur Belastung der Ökosysteme bei. Deswegen muss Politik, die den Schutz von Wäldern zu ihrem Thema macht, ganzheitlich ansetzen. Daher fordert die Klimaliste RLP kostenlosen ÖPNV, eine nachhaltigere Landwirtschaft und dass Rheinland-Pfalz bis 2030 zu 100 Prozent CO₂-neutral wird.

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